Park
Der Schlosspark Angern wurde um 1738 als spätbarocker Garten mit symmetrischer Gestaltung angelegt. Um 1860 ließ Edo Graf von der Schulenburg den Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens umgestalten. Heute bietet der verwilderte Park zahlreichen Tierarten sowie heimischen und exotischen Bäumen und Sträuchern eine geschützte Heimat.

Das Fächerbeet in Angern gehört zu den jüngsten Sanierungsprojekten des historischen Lustgartens mit Pleasureground und zeugt von der Wiederbelebung klassischer Gartenbaukunst. Im Rahmen der umfassenden Restaurierungsmaßnahmen des englischen Landschaftsparks begann 2022 die Rekonstruktion dieses Beets. Finanziert wurde das Projekt mit Unterstützung der "von Hickeldey Stiftung" sowie der "Stiftung Preußisches Kulturerbe".

Faecherbeet Schloss Angern

Schloss Angern Park Fächerbeet

Historisch war der Schlosspark Teil der repräsentativen Umgebung des Herrenhauses, dessen klassizistisch umformte Architektur im 18. Jahrhundert durch einen englischen Landschaftsgarten ergänzt wurde. Die ursprüngliche Gestaltung umfasste aufwändig arrangierte Blumenbeete, symmetrische Strukturen und durchdachte Sichtachsen, die den Garten als Ort der Ästhetik und Erholung positionierten. Besonders das Fächerbeet war ein zentrales Element des Gartens, das mit seiner ornamentalen Struktur den Blick der Besucher lenkte und eine harmonische Verbindung zwischen Architektur und Natur schuf.

Helene von Schöning, die Gemahlin von Edo Graf von der Schulenburg, hatte durch ihre enge Verbindung zur Potsdamer Kulturlandschaft und ihre Kindheit in der von Ludwig Persius entworfenen Villa Schöningen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung des Parks. Die Inspiration für das Fächerbeet in Angern könnte aus ihrer Vertrautheit mit den Werken von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer stammen. Diese gestalteten unter anderem den Marly-Garten in Sanssouci, dessen Fächerbeet als eines der schönsten Beispiele preußischer Gartenbaukunst gilt.

In Angern wurde das Fächerbeet an einer prominenten Stelle platziert: in der Achse der Schlossterrasse, gut sichtbar auf einem Rasenplateau. Die symmetrisch angeordneten Beete, von Buchs gerahmt und mit Hochstammrosen akzentuiert, fächern sich harmonisch auf. Im Sommer erstrahlen sie durch eine sorgfältig geplante Blumenbepflanzung, die den ornamentalen Charakter unterstreicht. Dieses Design folgt den Prinzipien Gustav Meyers, der in seinem „Lehrbuch der schönen Gartenkunst“ betonte, dass symmetrische Formen bei Blumenbeeten für eine harmonische Wirkung entscheidend sind.

Die Rekonstruktion des Fächerbeets zielt darauf ab, dieses kulturelle Erbe wieder sichtbar zu machen und es in seiner historischen Funktion zu würdigen. Bei der Wiederherstellung wurde großer Wert auf Authentizität gelegt, um die ursprünglichen Dimensionen, Materialien und Pflanzensorten nachzuempfinden. Die Wiederbelebung dieses repräsentativen Teppichbeets betont nicht nur die historische Bedeutung des Schlossparks in Angern, sondern verbindet gleichzeitig die Vergangenheit mit der Gegenwart, indem es an die lange Tradition der preußischen Gartenkunst erinnert.

Park Angern

Nach der Enteignung des Schlosses 1949 geriet das Fächerbeet, wie viele andere Teile des Parks, in Vergessenheit. Es verfiel zusehends, bis alte Pläne, Fotografien und historische Gartenbücher als Grundlage für eine Restaurierung herangezogen wurden. Die Wiederherstellung des Fächerbeets wurde von Dr. Klaus von Krosigk, einem renommierten Experten für Gartendenkmalpflege, begleitet. Er spielte bereits bei der Rekonstruktion des Parks Klein-Glienicke in Potsdam eine zentrale Rolle. Unterstützt wurde er von Frau Ringkamp, die durch ihre detaillierte Forschungsarbeit und ihr Engagement maßgeblich dazu beitrug, das ursprüngliche Erscheinungsbild des Fächerbeets zu rekonstruieren.

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Das Fächerbeet steht heute nicht nur für die Kunstfertigkeit vergangener Epochen, sondern auch für die Wertschätzung von Natur und Kultur. Es ist ein Ort der Inspiration und Erinnerung an die historischen Gärten Preußens. Dank der akribischen Restaurierung durch Dr. von Krosigk und Frau Ringkamp erstrahlt das Fächerbeet wieder in seiner ursprünglichen Schönheit und bietet Besuchern einen Einblick in die Geschichte des Schlossparks von Angern.

 

Der Park Angern mit seinem historischen Wassergraben und den angrenzenden Landschaftselementen bildet ein vielfältiges Ökosystem, das zahlreichen Tierarten einen wertvollen Lebensraum bietet. Der Wassergraben mit seinen ruhigen Abschnitten, sandigen Böschungen, dichter Ufervegetation und klaren Wasserflächen ist das zentrale Element des Parks. Umgeben von offenen Wiesen, alten Bäumen und angrenzenden Waldflächen bietet der Park ideale Bedingungen für Wasserbewohner, Uferbewohner und Landtiere.
Die Flora des Parks Angern spielt eine wesentliche Rolle für das Gleichgewicht des Ökosystems. Sie bietet nicht nur Nahrung und Lebensraum für Tiere, sondern trägt auch zur Stabilisierung der Uferzonen, zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Schaffung eines angenehmen Mikroklimas bei. Die vielfältigen Pflanzengemeinschaften machen den Park zu einem wertvollen und schützenswerten Naturraum.
Edo Graf v.d. Schulenburg (1816–1904) ließ vermutlich um 1850 die Umgestaltung des Parks im Stil eines englischen Landschaftsgartens beziehungsweise eines landschaftlichen Lustgartens mit Pleasureground veranlassen. Helene von Schöning , die Gemahlin von Edo Graf von der Schulenburg und Tochter des preußischen Hofmarschalls Kurd Wolfgang von Schöning , dürfte maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung des Parks gehabt haben. Durch ihre Kindheit in der von Ludwig Persius entworfenen Villa Schöningen sowie ihre enge Verbindung zur Potsdamer Kulturlandschaft war sie mit den zeitgenössischen Ideen des preußischen Landschaftsgartens vertraut. Als möglicher Entwerfer des Parks kommt der Gartenarchitekt Gustav Meyer (1816–1877) in Betracht, ein Schüler von Peter Joseph Lenné . Meyer arbeitete zeitgleich für die Familie von Schöning an der Umgestaltung des Gartens der Villa Schöningen in Potsdam und war zuvor an den Planungen für den Park Klein-Glienicke beteiligt.
Der barocke Garten von Angern wurde Mitte des 18. Jahrhunderts unter der Leitung von Christoph Daniel von der Schulenburg angelegt und steht exemplarisch für eine Gartenkunst, die Repräsentation, Funktionalität und Ästhetik miteinander verband. Die Gestaltung folgt den Prinzipien barocker Symmetrie und axialer Ordnung: Gartenräume sind geometrisch gefasst, in Nutz- und Zierbereiche gegliedert und in ein übergeordnetes Kompositionssystem eingebettet. Die erhaltene Pro Memoria Christoph Daniels von 1745 liefert detaillierte Hinweise zur Anlage von Alleen, Irrgärten und Obstquartieren: "In der mittleren Allee sollen Kirschen auf Pyramiden gezogen, in der rechten Pflaumen, in der linken Birnbäume stehen." Gemeinsam mit historischen Plänen aus dem Landesarchiv Sachsen-Anhalt lässt sich so die ursprüngliche Struktur des Parks bis heute präzise nachvollziehen. KI generierte Ansicht des Gartenparterres von Schloss Angern um 1750
Das Fächerbeet in Angern gehört zu den jüngsten Sanierungsprojekten des historischen Lustgartens mit Pleasureground und zeugt von der Wiederbelebung klassischer Gartenbaukunst. Im Rahmen der umfassenden Restaurierungsmaßnahmen des englischen Landschaftsparks begann 2022 die Rekonstruktion dieses Beets. Finanziert wurde das Projekt mit Unterstützung der "von Hickeldey Stiftung" sowie der "Stiftung Preußisches Kulturerbe".
Nach der Umgestaltung des Parks zum englischen Landschaftsgarten um die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Anlage über mehrere Generationen weiter. Während die grundlegende Wegeführung, die Sichtachsen und die Einbindung der Wasserflächen erhalten blieben, veränderten neue Pflanzungen, gärtnerische Strömungen und spätere Nutzungen das Erscheinungsbild des Parks fortlaufend. Die heutige Parkanlage vereint bis heute verschiedene historische Schichten – von älteren barocken Strukturen über die landschaftliche Umgestaltung des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Veränderungen und Überformungen des 20. Jahrhunderts. Gerade diese vielschichtige Entwicklung macht den Park Angern zu einem bedeutenden Zeugnis historischer Kulturlandschaft in der Altmark.