In dieser Kategorie werden alle bauhistorischen und restauratorischen Befunde des Schlosses systematisch dokumentiert. Dazu zählen sowohl konstruktive Elemente als auch Ausstattungsreste wie Putze, Farbfassungen oder Tapeten. Die Zusammenführung dieser Befunde dient der Rekonstruktion der Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses.
Objektgruppe: Historische Surporten beziehungsweise Supraporten
Standort: Schloss Angern, Sachsen-Anhalt
Historischer Besitz: Familie von der Schulenburg
Inventarnachweis: Inventarverzeichnis von 1752
Datierung: überwiegend erste Hälfte des 18. Jahrhunderts
Technik: Ölmalerei auf Leinwand oder Holzträger
Gattung: dekorative Interieurmalerei

Mit KI vergrößerte Darstellung der vermutlich als Supraporte verwendeten Ruinenlandschaft im späteren Herrensalon; Original verschollen
Objekt: Geflügel- und Küchenstillleben
Standort: Schloss Angern, Sachsen-Anhalt
Historischer Besitz: Familie von der Schulenburg
Datierung: vermutlich erste Hälfte des 18. Jahrhunderts
Technik: Ölmalerei auf Leinwand oder Holzträger
Gattung: Tier- und Küchenstillleben
Format: hochrechteckig
Status: historisch überliefert, heutiger Verbleib unbekannt beziehungsweise nicht gesichert
Rekonstruktive Sichtbarmachung auf Grundlage historischer Fotografie
Objekt: Vier kleinformatige Landschaftsgemälde
Gattung: Romantisierende Landschaftsmalerei / Salonlandschaften
Datierung: vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts (ca. 1830–1865)
Technik: vermutlich Öl auf Leinwand oder Holzträger
Provenienz: Schloss Angern, Sachsen-Anhalt
Historischer Besitz: Sammlung der Familie von der Schulenburg
Die Entwicklung der Wandbekleidungen im Schloss Angern vom barocken Neubau in den 1730er Jahren bis zur archivalisch belegten Umgestaltung um 1845 lässt sich auf außergewöhnlich dichte Weise aus schriftlichen Quellen und materiellen Befunden rekonstruieren. Dabei zeigt sich keine lineare, sondern eine mehrphasige Entwicklung, in der sich technische Innovation, ökonomische Erwägungen und modische Veränderungen überlagern. Die Tapetenfunde aus Angern dokumentieren nicht nur den Wandel von Textil zu Papier, sondern auch den Übergang von handwerklichen Drucktechniken zu zunehmend standardisierten, industriell geprägten Herstellungsverfahren.
Die Untersuchung der Wandbekleidungen im Schloss Angern eröffnet einen zentralen Zugang zur Rekonstruktion barocker Innenraumgestaltung und ihrer späteren Veränderungen. Auf Grundlage des Generalinventars von 1752 sowie der erhaltenen materiellen Befunde lässt sich die Entwicklung der Wandfassungen außergewöhnlich präzise nachvollziehen. Besonders hervorzuheben ist dabei die klare Unterscheidbarkeit zwischen der ursprünglichen textilen Ausstattung des Schlosses und den späteren papiernen Überarbeitungen. Diese Differenz ermöglicht nicht nur eine sichere zeitliche Einordnung einzelner Befunde, sondern erlaubt zugleich grundlegende Aussagen zum Wandel der Wohnkultur vom barocken Repräsentationsraum hin zu flexibleren, modisch geprägten Innenausstattungen der zweiten Hälfte des 18. und des 19. Jahrhunderts.
Der vorliegende Befund umfasst mehrere Fragmente einer textilen Wandbekleidung, die im Bereich des Gartensaals im Erdgeschoss des Schlosses Angern geborgen wurden. Die Fragmente sind unterschiedlich groß, unregelmäßig ausgebrochen und weisen deutliche Alterungs- und Substanzverluste auf. Charakteristisch sind Faserauflösungen, Ausdünnungen des Gewebes sowie partielle Ablösungen der Fassungsschichten.